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Niederländischkurse auf Exkursion in Amsterdam

Endlich wieder eine Exkursion nach Amsterdam? Dafür waren die Schülerinnen und Schüler der Niederländisch-Kurse der Jahrgangsstufe Q1 schnell zu begeistern. Am 12. Juni 2023 brachen die Niederländischschülerinnen und -schüler auf nach Amsterdam, um dort ihre unterrichtlichen Kenntnisse zum Zweiten Weltkrieg und zur Judenverfolgung in den Niederlanden zu vertiefen. Die zuvor erarbeiteten Inhalte des selbst organisierten Stadtrundgangs präsentierten die Schülerinnen und Schüler ihren Mitschülerinnen und Mitschülern in niederländischer Sprache – und so wurden sie zu Stadtführerinnen und Stadtführern in der Hauptstadt unseres Nachbarlandes.

 

Schwerpunkt des dreistündigen Rundgangs war zunächst das Jüdische Viertel von Amsterdam. Die Schülerinnen und Schüler setzten sich an verschiedenen Stationen mit jüdischem Glauben, jüdischer Kultur und dem Holocaust auseinander. Stolpersteine für im Zweiten Weltkrieg ermordete Amsterdamer Juden und das vom Schriftsteller und bildendem Künstler Jan Wolkers gestaltete Kunstwerk „Nooit meer Auschwitz“ aus Glas und zerbrochenen Spiegeln, in denen sich der Himmel gebrochen widerspiegelt, waren dabei zentrale Stationen. An weiteren Stationen wie dem Jüdisch Historischen Museum, der Portugiesischen Synagoge und der Hollandse Schouwburg erfuhren die Schülerinnen und Schüler, wie Juden in den Niederlanden durch den Nationalsozialismus entrechtet, verfolgt und vernichtet wurden. Auch das Namenmonument des amerikanischen Architekten Daniel Libeskind, das aus 102.000 Backsteinen besteht, die die Namen der niederländischen Juden, Sinti und Roma tragen, die in Vernichtungslagern umgekommen sind und weitere Erinnerungsorte wurden den Mitschülerinnen und Mitschülern gezeigt und erklärt. Informationen über das Schicksal von Anne Frank und ihrer Familie an der Prinsengracht 263 nahmen das individuelle Verhalten in Form von Widerstand während des Nationalsozialismus in den Blick und erleichterten es den Schülerinnen und Schülern, sich in historische Situationen hineinzuversetzen.

Erinnern, Gedenken und Feiern sind integraler Bestandteil der niederländischen Erinnerungskultur: Das Nationalmonument ist Mahnmal für die Opfer der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg und Monument der Befreiung und des Friedens. Alljährlich steht das Nationalmonument am 4. Mai im Mittelpunkt des niederländischen Volkstrauertages. Die Schülerinnen und Schüler erspürten vor Ort: „Das Vergangene ist nicht tot. Es ist nicht einmal vergangen“, wie Christa Wolf einst schrieb.

 

Natürlich gehört zu einem Stadtrundgang durch Amsterdam, auch die typisch touristische Seite der Metropole kennenzulernen. Welche Funktion hat der Königliche Palast? Warum ist die Nieuwe Kerk in Amsterdam die wichtigste Kirche in den Niederlanden? Und natürlich fanden die Schülerinnen und Schüler ebenso heraus, wo es in der Grachtenstadt die „beste friet“ oder die „lekkerste stroopwafel“ gibt…. Selbstverständlich galt das gleichermaßen für die Begleitung der Tagesexkursion: Herzlichen Dank an Frau Boland, Frau Deckers und Herrn Lücke!

 

 

N. Lücke