Bürgermeister dient Geschichtskurs am KvGG als Experte

Donnerstag 12:00 Uhr mittags und man beobachtet ein besonderes Bild am Kardinal-von-Galen Gymnasium. Nicht ein Lehrer leitet den Geschichtsunterricht im Grundkurs der Jahrgangsstufe EF, sondern Bürgermeister Dr. Dominik Pichler sitzt vor den interessierten Schülerinnen und Schülern des Kurses. Anlass dieser besonderen Situation ist eine Expertenbefragung im Zuge der Teilnahme am Schülerwettbewerb zur politischen Bildung.

 

Auch in diesem Jahr haben sich mehrere Klassen und Kurse am KvGG dazu entschlossen, ihre historischen und politischen Kenntnisse zu erweitern und Themen wie „Was essen wir morgen?“, „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ und „Straßennamen in der Kritik“ zu bearbeiten, um als Klasse bzw. Kurs am Ende ein Gesamtprojekt zu erstellen.

 

Der Grundkurs der Einführungsphase entschied sich für das Thema „Straßennamen in der Kritik“, um historische und aktuell-politische Zusammenhänge am Beispiel von Straßennamen und Ehrenbürgerschaften zu untersuchen, erläuterte Jacob Lücke bei der kurzen Einführung in die Expertenbefragung. Weiter erklärte Jacob Lücke, dass der Kurs sich speziell mit den Straßennamen und Ehrenbürgerschaften in Kevelaer beschäftigt habe und dabei die Diskussion um Bischof von Janssen aktuell gewesen sei. Bei dieser wichtigen Thematik sei Dr. Pichler sofort bereit gewesen, als Leiter der Verwaltung den Schülerinnen und Schülern Rede und Antwort zu stehen, erklärte Jacob Lücke abschließend.

 

Unter der Moderation von Nele Heubens stellten die Schülerinnen und Schüler den Bürgermeister Fragen wie: „Wie ist die Problematik um Bischof von Janssen der Verwaltung bekannt geworden? Wie ist der Prozess der Umbenennung der Straße und die Distanzierung von der Ehrenbürgerwürde abgelaufen? Wie läuft die Namensvergabe bei Straßen ab? Dr. Pichler erläuterte den intensiven Beratungsprozess zwischen Politik, Verwaltung und Anwohnern sehr nachvollziehbar und legte besonderen Wert darauf, dass die Diskussion auf der Basis aktueller Gutachten geführt wurde. Zum Glück seien alle Beteiligte am Ende zu der einheitlichen Bewertung und Entscheidung gekommen, die Straße umzubenennen und sich von der Ehrenbürgerwürde zu distanzieren. Nur eine ergänzende Tafel mit Erklärungen sei für alle nicht ausreichend gewesen, erklärte Dr. Pichler. Am Ende stellte Dr. Pichler noch aus seiner privaten Sichtweise dar, dass er gesellschaftliche Diskussionen um veränderte historische Einschätzungen von Personen als wichtigen Beitrag einer demokratischen Gesellschaft begrüßt und diese immer Platz in der öffentlichen Debatte verdienen.

 

Nachdem Schulleiterin Christina Diehr die gelungene Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler gelobt hatte, stellte der Bürgermeister mit einem Schmunzeln fest, dass in seiner Schülerzeit eine solche Expertenbefragung nicht so konzentriert und still abgelaufen wäre.