Schüler auf der Suche nach ihren Wurzeln - Untersuchung von  Homininenschädeln im Neanderthal-Museum

 

Außerschulische Lernorte sind auch im Biologieunterricht immer eine Bereicherung des Schulalltags und bei der Veranschaulichung von Prozessen und Phänomenen eine große Hilfe. 59 Schülerinnen und Schüler des  Leistungs- und der beiden Grundkurse Biologie der Q2 nutzten unter der Leitung der Lehrerinnen Dominika Blomberg, Cornelia Kleff und Milena Wiechmann das Neanderthalmuseum für eine Zeitreise durch ca. vier Millionen Jahre Menschheitsgeschichte.

 

Mit den lebensgroßen Figuren der Australopithecinen - unter denen der Skelettfund „Lucy“ wohl der bekannteste ist -, der Homininen Homo ergaster und Homo sapiens neanderthalensis, bekannt als Neanderthaler und damit Namensgeber für das Museum, lernten die Schülerinnen und Schüler die Entwicklung der Menschheit kennen. Im Vordergrund standen immer die Fragen „Woher kommen wir?“, „Wie haben die frühen Homininen gelebt?“, „Wie viele Gemeinsamkeiten haben die heute lebenden Menschen mit ihren Vorfahren?“.  Immer wieder überraschend für die Schüler war dabei die Erkenntnis, dass der Neanderthaler nach dem jetzigen Wissensstand nicht als der Vorfahre des heutigen Menschen gilt, sondern parallel zum Homo sapiens sapiens gelebt hat, diesem offensichtlich auch begegnet ist und sich mit ihm fortgepflanzt hat, was eine Reihe von genetischen Gemeinsamkeiten zwischen den beiden erklärt, die inzwischen durch DNA-Analysen bewiesen werden konnten. Der Stammbaum zur Entwicklung des Menschen wird aufgrund der vielen parallelen Entwicklungen daher heute auch durch einen Stammbusch mit mehreren zeitgleichen Entwicklungen ersetzt.

 

Homo erectus - natürliche Größe

Stammbusch

 

Auch wenn die Führung durch das Museum mit ihrem hohen Informationsgehalt zu morphologischen Kennzeichen  der verschiedenen Homo-Gattungen, deren Lebensformen, Werkzeuggebrauch und kulturellen Riten schon alleine eine Bereicherung für den doch eher theoretischen Unterricht der Evolutionsbiologie darstellt, die Krönung des Besuchs war der Workshop. In Wissenschaftsmanier, ausgestattet mit Schädelmodellen, Papier und Bleistift, untersuchten  die Schüler in Gruppen verschiedene Homininenschädel auf ihre typischen Merkmale. Die Lage des Hinterhauptsloches -die Eintrittsstelle der Wirbelsäule in den Schädel-, die Größe der Schädel, insbesondere der Hirnschädel, die Kieferformen, die Ausrichtung des Gesichtsschädels, die Überaugenwülste und weitere Kriterien dienten dabei der zeitlichen Einordnung der Funde. 

 

Die hier veranschaulichten Erkenntnisse waren für die Schüler eine ideale Zusammenfassung des Themas Humanevolution.

 

 

Cornelia Kleff,

Februar 2019