Theaterabend der Theater-Arbeitsgemeinschaften der Unter- und Mittelstufe

 

Zahlreiche Besucher füllten am Donnerstag, dem 22.06.2017, das Bühnenhaus der Stadt Kevelaer, um den Theaterabend der Theater-Arbeitsgemeinschaften der Unterstufe und Mittelstufe zu erleben. Unter den Gästen befanden sich nicht nur die Eltern und Lehrer, sondern auch sehr viele interessierte Mitschüler.

Der Abend begann mit einer amüsanten und kurzweiligen Aufführung des Stückes „Männersache“ von Hans-Peter Tiemann, in dem die Rollenverteilung von Mann und Frau spielerisch-ironisch hinterfragt wird. Die Theater-AG der Unterstufe begeisterte mit viel Spielwitz, Spielfreude und ausgezeichneter Mimik. Alle hier nicht namentlich genannten Darsteller seien an dieser Stelle ausdrücklich für ihre schauspielerisch Leistung lobend erwähnt.

 

Fahrrad Zukunft
Vier Damen

Damen

„Ist der Abwasch erledigt, die Wäsche gewaschen, der Boden poliert, Staub gewischt?“ Bereits die Eingangsszene sorgte für erstes Gelächter im Publikum. Zwei unterwürfige, leidende Hausmänner (Elias Janßen, 5c, und Max Punzel, 5b), die von ihren herrischen Ehefrauen (Judith Wolters, 6a und Paula Rosomm 5a) herumkommandiert werden, bieten dem Publikum ein mitleiderregendes Bild. Als den beiden Männern vom Vorsitzenden des heimischen Männervereins das Angebot unterbreitet wird, mit einem futuristischen Fahrrad namens Emanzomobil eine Reise durch die Zeit zu unternehmen, um von Helden der Vergangenheit zu lernen echte Kerle zu werden sowie die Frauen zu treffen, die sich rührend um ihre Männer bemühen, staunen die beiden nicht schlecht. Denn egal, bei welchen Helden der Zeitgeschichte die turbulente Reise unterbrochen wird, es bietet sich stets ein ähnliches Bild. Sei es bei Tarzan (Marvin Kreutz, 5c), der von seiner Jane (Jessica Kurth, 5a) verprügelt wird, oder bei dem Frauenheld Graf Dracula (Benedikt Schatten, 5b), dem nach seinen vielen Affären mit Frauen, die er alle durch seinen Kuss unsterblich machte, von einer Zahnärztin (Mathilda Player, 5a) die Vampirzähne gezogen werden: Die Frauen haben die Männer grundsätzlich „unter der Fuchtel“ und die historischen Helden der Vergangenheit erweisen sich als „Pantoffelhelden“. Das Publikum verfolgte gespannt, welches Ende die im Stück präsentierte Zeitreise der beiden Hauptdarsteller in die Vergangenheit nehmen sollte. Letztendlich müssen aber alle erkennen, dass man der Frauenwelt einfach nicht entkommen kann.

Nach der Pause präsentierte die Theater-AG der Mittelstufe das Stück „Ein Sommernachtstraum (nach W.S.)“ von Franzi Klingelhöfer. Die Schülerinnen und Schüler der Theater-AG suchten sich ein gleichermaßen anspruchsvolles wie unterhaltsames Stück aus, in dem vier verschiedene Handlungsstränge virtuos miteinander verwoben sind. Über der frischen und bunten Inszenierung der Theater-AG lag stets ein Hauch von Poesie und das schwierige Stück wurde hervorragend umgesetzt. Auch hier seien alle nicht namentlich genannten Darsteller für ihre schauspielerische Leistung ausdrücklich gelobt.

Am Hofe des Theseus (Niklas Muellemann) bereitet man die Hochzeit des Königs vor. Dort beklagt sich der reiche Bürger Egeus (Lynn Verhülsdonck), dass seine Tochter Hermia (Sina Stellmacher) nicht den ihr vom Vater zugedachten Demetrius (Johanna Ecke), sondern Lysander (Halima Turay) heiraten will. Theseus urteilt, dass sie dies tun oder sterben müsse. Hermia und Lysander fliehen daher in den Elfenwald, doch wird ihr Plan von Hermias Freundin Helena (Mareike Aretz) verraten, die ihrerseits in Demetrius verliebt ist. So nimmt ein verwirrender Liebesreigen seinen Lauf, im Zuge dessen auch die zerstrittene Beziehung des Elfenkönigspaares Oberon (Henk Marquardt) und Titania (Amelie David) geklärt werden muss.

 

Titania und Oberon
Verliebt in den Esel

Seht her

Komplizierter wird all dies noch, weil Oberon seinen Gehilfen Puck (Caitlin McGovern) ausschickt, den Liebenden den Saft einer Zauberpflanze in die Augen zu träufeln. Dieser bewirkt, dass die so behandelte Person sich in genau das Lebewesen unsterblich verliebt, welches sie nach ihrem Erwachen als erstes erblickt. Wie zu erwarten, gelangt der Zaubersaft nicht gleich in die richtigen Augen, und Titania verliebt sich zunächst in ein Ungeheuer mit Eselskopf. Es ergeben sich immer neue, komische Situationen, die für viele Lacher im Publikum sorgten. Ironisch gebrochen wird die Haupthandlung von der Darbietung einer Gruppe Handwerker, die eine Aufführung für Theseus’ Hochzeit einstudieren. Natürlich wären die Originaldialoge für ein Schultheater zu lang. Daher treten in der von Brecht inspirierten Fassung von Franzi Klingelhöfer immer wieder die Kobolde (Cellina Hardt, Liwia Mroviec und Charlotte Martens) auf. Sie versetzen die Figuren mit ihren Zauberstäben in einen Starrezustand und kommentieren das Geschehen in einer frischen und respektlosen Sprache.

 

 

 

Unter der Leitung von Herrn Soppa, Frau Corbach und Herrn Heidemann, denen ein ausdrücklicher Dank und eine große Anerkennung für diesen Abend gilt, durften die Zuschauer einen Theaterabend erleben, der ihnen noch lange in Erinnerung bleiben wird.

 

 

Gruppenbild

06.07.2017,

Katrin Boland