Theateraufführung der Theater-AG

„Ein Toter zu wenig" nach Walter G. Pfaus

In der Kriminalkomödie „Ein Toter zu wenig“, aufgeführt von der Theater-AG am 3. und 4. September 2015, dreht sich alles um einen vermeintlich Toten und etliches Diebesgut. Seit einem Jahr hat die Theater-AG unter der Leitung von Anke Heyn und Oliver Verheyen an der Umsetzung der Kriminalkomödie gearbeitet und diese Aufgabe mit viel Engagement großartig gemeistert.

 

Mit dem Fund des vermeintlich toten Tom Löhle (Julian Binn) durch dessen Ex-Frau Ellen (Sarah Kempkes) beginnen die Turbulenzen. Weder unglücklich noch erstaunt über das Ableben ihres Ehemaligen, bettet Ellen ihn vorläufig auf das Sofa, um mit ihrem neuen Freund Max (Dejan Spasojevic) zu beraten, wie man sich am besten des „Toten“ entledigen kann.

Wie werden wir die Leiche los?

Ellens Mutter Rosa (Miriam Müschen) platzt ins Zimmer und wird mit der „Leiche“ konfrontiert. „Wir müssen ihn verschwinden lassen“, ist auch sie überzeugt. Er sei, meint sie, ohnehin ein Taugenichts und Draufgänger gewesen. Die Polizei dürfe auf keinen Fall eingeschaltet werden.

 

Der scheinbar tote Tom hat die Gespräche mitbekommen und macht sich Gedanken: „Was man sich als Toter so gefallen lassen muss!“ So zieht es Tom selbst erst einmal vor zu verschwinden. Da taucht ein unbekannter Pfarrer (Jonas Daniels), der sich auf Wanderschaft befindet, im Haus auf – und legt sich ermüdet unter eine Decke auf das Sofa.

 

Toms Ex-Frau bekommt beim Betreten des Zimmers einen gehörigen Schrecken. „Noch ein Toter?“, ist ihre hilflose Reaktion. Da erwacht der Pfarrer, springt angesichts der Situation auf – und macht die Geschichte so noch komplizierter.

 

Dass all das ein abgekartetes Spiel gewesen ist und Mutter Rosa und der angebliche Pfarrer, Erich Koslowski, sich sehr gut kennen, kommt langsam ans Licht. Zwischenzeitlich aber ist Beate Werter (Ramon Altenstädter), Inhaberin des benachbarten Geschäfts, zur Familie ins Haus gekommen und beschuldigt Mutter Rosa, in ihrem Laden gestohlen zu haben.

linkes Bild: Wie werden wir die Leiche los?  ; rechtes Bild: Beratung über die Leiche

Irgendwie haben alle etwas zu verbergen, Ex-Frau Ellen Löhle, ihr neuer Liebhaber Max Wolf, Mutter Rosa Böhler, die Inhaberin des Lebensmittelgeschäftes selbst, und auch der „Pfarrer“ auf Wanderschaft. Als dann noch ein Kriminalkommissar (Cedric Meyer-Piening) und dessen Assistentin (Tobias van Eickels) mit gezogener Waffe ins Zimmer stürmen, ist die Verwirrung perfekt. „Alle Spuren eines Diebstahls von wertvollem Schmuck führen in dieses Haus“, ist sich der Kommissar sicher.

 

Der scheinbar tote Tom ist in der Zwischenzeit mehrfach „umgebettet“ worden, weilt aber in Wirklichkeit noch unter den Lebenden. Am Ende wird das Diebesgut in einer Tasche gefunden und der „tote“ Tom wie auch Geschäftsinhaberin Beate Werter werden als Einbrecherpaar entlarvt.

linkes Bild: Die Polizei greift ein; rechtes Bild: Das Chaos ist perfekt

Bühnenbild und Technik lagen in der Hand der SchülerInnen Mara Heckrens, Marleen Blumenkemper, Miriam Heckens sowie Nick Oomen und Jan-Joel van den Wyenbergh, die diese Aufgaben mit Originalität, Energie und Einsatz bewältigten. Als Souffleusen unterstützten die SchauspielerInnen Anna Tätemeyer und Theresa Hüpen.

 

Das Theaterpublikum im Kevelaerer Bühnenhaus sah eine kurzweilige, lustige und spritzige Kriminalkomödie mit komischen Dialogen und die SchauspielerInnen bekamen sehr viel verdienten Applaus.

 

09.09.2015,

Katrin Boland