Bedeutender Kunstpreis für Schülerinnen der Kunst-AG

Platz 2 von über 800 deutschen Bildbeiträgen

Bereits Ende vergangenen Jahres hatte José Manuel Barroso, Präsident der Europäischen Kommission, anlässlich des 20. Jubiläums der UN-Kinderrechtskonvention alle Kinder und Jugendlichen zwischen 10 und 18 Jahren zu einem europäischen Plakatgestaltungswettbewerb aufgerufen. Rund 45000 Schülerinnen und Schüler beteiligten sich mit über zehntausend Plakaten. Nach Polen (über 2300) und Rumänien (rund 1600) kamen aus Deutschland mit über 1200 Beiträgen die drittmeisten Einsendungen. Darunter auch vier der Kunst-AG des Kevelaerer Gymnasiums. Im Team von mindestens vier Jugendlichen sollte ein Artikel der Konvention als Plakat im Format 60 x 42 cm zum Jubiläum gestaltet und Bildidee, -entstehung und -aussage schriftlich erläutert werden. Bewertet wurden in zwei Altersklassen (10-14 und 15-18 Jahre) unter anderem Deutlichkeit, grafische Qualität, Originalität und Wirkung auf den Betrachter.


Auf dem Bild von links nach rechts zu sehen: Kristin Knieriem, Annika Keller und Helena Selders aus der Klasse 8 sowie Hanna van de Locht aus der Klasse 9. Sie belegten Platz 2 von über 800 deutschen Bildbeiträgen.


Groß war die Freude, als das Kevelaerer Gymnasium kurz vor den Osterferien den Anruf aus Berlin erhielt, dass in der Kategorie 10-14 Jahre neben Teams aus Nauen und Themar auch eine Gruppe aus Kevelaer von über 800 deutschen Beiträgen unter den von der fünfköpfigen Fachjury gewählten besten drei sei. Kristin Knieriem, Annika Keller und Helena Selders aus der Klasse 8 sowie Hanna van de Locht aus der Klasse 9 (Bild oben von links) wurden jetzt mit ihrem Kunstlehrer Paul Wans zur Kunstpreisverleihung nach Berlin in die Deutsche Vertretung der Europäischen Kommission eingeladen. Ihr Gewinn: Zwei Tage in der deutschen Hauptstadt. Der Verband Bürger Europas mit Sitz in Berlin, der in Deutschland diesen europäischen Wettbewerb koordiniert und betreut, hatte für die jeweils drei Siegerteams in den beiden Altersgruppen und die begleitenden sechs Kunstpädagogen ein umfangreiches und attraktives Programm organisiert und professionell durchgeführt. Selbstverständlich alles kostenlos: Außer der Übernahme der gesamten Reise-, Hotel- und Aufenthaltskosten gab es unter anderem einen Besuch bei Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett, den Besuch der East Side Gallery (Mauergalerie von 120 Künstlern), Bowling im East Side Center, eine Führung im Paul-Löbe-Haus und im damit verbundenen Bundestag sowie ein Gespräch mit der Bundestagsabgeordneten Frau Nicole Bracht-Bendt von der Kinderkommission des Deutschen Bundestages.


Im oberen Bild links zu sehen: der Franzose Jean-Jacques Nuss als EU-Kommissionsvertreter; das untere Bild zeigt die Aufgabenlösung der vier Schülerinnen zum gewählten Thema 'Artikel 19, Schutz vor Gewalt, Misshandlung und Verwahrlosung'

Bevor er den vier Kevelaerer Schülerinnen die Silbermedaille überreichte, betonte der Franzose Jean-Jacques Nuss als EU-Kommissionsvertreter (im oberen Bild links) zu Beginn der Kunstpreisverleihung die Bedeutung der in der Ausschreibung vorgeschriebenen Teamarbeit für die jeweilige Bildfindung. Dadurch seien die Jugendlichen über das Thema ins Gespräch gekommen, hätten diskutieren und eine gemeinsame Aufgabenlösung erreichen müssen. Die Kevelaerer hatten als Thema den Artikel 19, Schutz vor Gewalt, Misshandlung und Verwahrlosung, gewählt. "Man denkt an Marionette, Unfreiheit und Misshandlung. Zwischen seinen langen schwarzen Haaren ist das Mädchen gesichtslos. Eine große Träne steht stattdessen für die Trauer und die Verzweiflung. Die einzige kräftige Farbe im Bild, das Zinnoberrot des zerrissenen Kleides, das eigentlich für Reizvolles und Liebenswertes steht, hat hier eben auch Signal- und Warnwirkung im Sinne von ‚Finger weg!' ", erläuterte Helena Selders den Gästen das Plakat der Kevelaerer Gruppe, das mit Bunt-, Kreide- und Bleistift gezeichnet wurde.

Seit Jahresbeginn hatten sich die Schüler im Unterricht der Kunst-AG intensiv nicht nur mit wesentlichen Fragen zur Plakatgestaltung, sondern auch zum Thema Kinderrechte auseinandergesetzt. Eine Thematik, die inzwischen bekanntlich nicht nur in Deutschland so aktuell und brisant geworden ist wie keine andere. Zurecht sehr stolz sind aber alle Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft auf die ganz hervorragende Gesamtleistung der drei Kevelaerer Teams, deren Arbeiten eingereicht wurden. Denn nach der Preisverleihung erfuhren sie, dass Jacky Bamfaste, Lea Blumenkemper, Josie Bruckmann und Tabea Fleischhammer mit ihren beiden Beiträgen in der Altersgruppe 15-18 Jahre von über 400 deutschen Einsendungen die Plätze 8 und 16 belegt haben und dass die zweite Gruppe in der Kategorie 10-14 Jahre mit Anne Marie Valenta, Amira Schwanitz, Leonie Hölzle, Cora Litwinski und Carolin Thyssen von der Jury auf Platz 21 gesetzt wurde. Für die beteiligten Mitglieder der Kunst-AG am Kevelaerer Gymnasium ein enormer Erfolg.

Die fünfzig besten Poster, also auch die vier Kevelaerer Beiträge, zeigt jetzt eine mehrwöchige Ausstellung im FEZ, dem größten Berliner Jugend- und Familienzentrum. Farbkopien der ausgezeichneten Plakate liegen nun der Jury in Brüssel vor, die auf Europaebene die besten drei Bilder je Altersgruppe auszuwählen hat.

 

Vergleiche auch http://www.eurojugend.eu

26.04.2010